Stolpern, Ausrutschen und Mehrfachtätigkeit

Drei Sturzarten sind für 84% der Stürze verantworlich.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sturzpräventionsgruppen, die von Trainerinnen und Trainern des Instituts für sportwissenschaftliche Beratung betreut werden, werden vor Beginn eines Kurses immer hinsichtlich ihrer Sturzvorgeschichte befragt. Dabei werden unter anderem Fragen zu den Bereichen Sturzangst und Sturzarten gestellt. Dies dient dazu, um individuell auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden einzugehen und auch auf diesen Ergebnissen aufbauend Erkenntnisse zu erzielen, die zukünftigen Trainingsgruppen zugute kommen.

Dabei bestätigen die Ergebnisse der Befragungen teilweise Daten aus vorausgegangenen Studien. Teilweise können aber deutlich abweichende Resultate erhoben werden.

Sturzangst

In der Literatur zu lesen (vgl. Lehtola et al., 1998, vgl. Jorstad et al., 2005) ist, dass 20-60% der Senioren Sturzangst haben, unabhängig davon, ob sie bereits gestürzt sind. Bereits gestürzte Senioren beschreiben demnach zu 73-92% eine vorhandene Sturzangst. In der Befragung von 278 Teilnehmenden der Sturzpräventionskurse ergab sich folgende Verteilung: Personen ohne Sturzvorgeschichte beschrieben zu knapp 30% Sturzangst, während Personen mit einem Sturz im vorausgegangenen Jahr bereits zu 58% und mehrfach gestürzte Personen immerhin zu 73% eine vorhandenen Sturzangst angaben. Werden allein Personen befragt, die drei oder mehr Stürze im letzten Jahr erlitten haben, steigt der Prozentsatz auf über 85% Sturzangst. Schlussfolgerung: Je mehr Stürze vorausgegangen sind, umso höher ist die Sturzangst, und umso wichtiger wird die Angstreduktion in der Sturzprävention. Dies erfolgt in den Gruppen durch schrittweise Annäherung an angstbesetzte Situationen und Verbesserung der eigenen Selbsteinschätzung.

Sturzursachen:

Zum Thema Sturzursachen wurde bereits viel veröffentlicht. Es wurden die Daten durch Videobeobachtungen (vgl. Robinovitch, et al., 2013) und Befragungen (vgl. u.a.Lord et al., 1993, Leavy et al., 2015) erhoben. Je nach Zielgruppe (selbständig und in Betreuung lebend) ergeben sich unterschiedliche Ergebnisse. Von besonderer Bedeutung ist sicherlich die Fähigkeit das Gewicht kontrolliert von einem auf das andere Bein zu verlagern (vgl. Robinovitch et al., 2013). Festhalten lässt sich, dass Personen im Innenbereich eher stolpern, während Personen im Freien eher ausrutschen. Fitte Personen stürzen zumindest 50% im Freien (vgl. Kelsey et al., 2010). In der Befragung der oben erwähnten 278 selbständig lebenden Senioren konnten, nach von den Senioren frei formulierter Ursachennennung, drei Sturzarten festgemacht werden, die für 84% der Stürze verantwortlich sind: Diese sind Stolpern, Ausrutschen und Mehrfachtätigkeiten. Diese drei Sturzarten müssen besonders beachtet werden. Daher ist in der Prävention von Stürzen vor allem diesen Bereichen eine besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Schlussfolgerung: In den Sturzpräventionsgruppen müssen das Stolpern, das Ausrutschen und das Lösen von Mehrfachaufgaben besonders thematisiert werden. Dies geschieht in den Trainingseinheiten nach individuellen Schwerpunkten. Für selbständig lebende Senioren ist vor allem das Simulieren des Ausrutschens von besonderer Bedeutung (vgl. Jansenberger, 2017 - in Veröffentlichung), da das Simulieren einer Ausrutschsituation als "Impfung" vor dem Ausrutschen zu werten ist (vgl. Bhatt et al., 2012).

 

Autor: Mag. Harald Jansenberger

Literatur liegt beim Verfasser auf.

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Gregor, 31, Linz

"Ich nutze nun schon seit über zwei Jahren das Institut Jansenberger. Ein Fitnesscenter war für mich nie ein Thema, weil ich lieber ungestört trainieren wollte. Anfangs hat Harald Jansenberger ein Trainingsprogramm erarbeitet, mit dem meine damals brachliegende Fitness stabilisiert wurde. Darauf aufbauend wurde der Trainingsplan immer wieder erweitert und an meine Bedürfnisse angepasst. Ich habe inzwischen nicht nur mehr als 10 Kilo abgenommen, sondern auch deutlich an Leistungsfähigkeit gewonnen. [...]"

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