Volltext der Studie des Sturzrisiko-Index online

Sturzrisikobestimmung und Einschätzung motorischer Teilleistungen des Gleichgewichts und der Beinkraft durch eine Testbatterie für selbständige und in Betreuung lebende Senioren.

Volltext - mit freundlicher Genehmigung des Thieme Verlags.

Zusammenfassung

Hintergrund: Es ist notwendig möglichst zeitsparend das Sturzrisiko von Senioren zu bestimmen, um potentiell sturzgefährdete Personen zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Zusätzlich ist es für die Planung von Interventionen notwendig, die Schwächen und Stärken der Teilnehmer zu erheben. Ziel: Die Studie zielt darauf ab, aus bereits vorhandenen Einzeltests eine Testbatterie zu entwickeln, die das Sturzrisiko möglichst präzise bestimmt. Es wird eine möglichst zeitsparende Testbatterie angestrebt, die die Teilbereiche des Gleichgewichts (kontinuierlich und proaktiv) und die Erhebung der Beinkraft abdeckt.

Methode: Die Studie wurde mit 271 Senioren (241 Frauen und 30 Männern) mit einem Durchschnittsalter von 80 Jahren durchgeführt. Die teilnehmenden Personen führten zum Zeitpunkt des Tests zum Teil ein selbständiges bzw. mit Alltagsunterstützung betreutes Leben. Die Unterteilung in gestürzte und nicht gestürzte Personen erfolgte anhand mündlicher Befragung (Einzelinterviews) über Sturzereignisse in den letzten 12 Monaten. Die Personen wurden in der Testdurchführung der einzelnen Tests instruiert. Als Messgeräte kamen das T.F.T. System von Pedalo© und Beschleunigungssensoren der Firma Myotest und gdc Data concepts zum Einsatz.

Ergebnisse: Die untersuchten Variablen umfassen beim 5chair rise die Aufstehgeschwindigkeit (cm/s), die Zeit in Sekunden und den Kraftstoß (N/KG). Erstere (Aufstehgeschwindigkeit und Zeit in Sekunden) werden zur Bildung des Sturzrisiko-Index ausgeschlossen, da diese die Reliabilität (Zuverlässigkeit der Messung) nicht erhöhen. Beim Static Balance Test wird die geschaffte Zeit und beim Alternate Step Test die benötigte Zeit in Sekunden gewertet. Beim Functional Reach Test wird die erreichte Distanz und beim Maximum Step Test wird die überstiegene Distanz jeweils in cm gemessen. Der Sturzrisiko-Index zeigt (angesichts der inhomogenen Untersuchungsgruppe) die beste, wenngleich mäßige, Unterscheidbarkeit von Nicht-Stürzern und Stürzern bei 2,5/5 erreichten Normwerten (Spezifität =67,9%; Sensitivität =61,2%). Zusätzlich ist eine gute Differenzierung (Spezifität=76,3%; Sensitivität=77,4%) zwischen betreut/betreubar lebenden und selbständig lebenden Personen, bei einem Cut-Off von 2,5/5 Punkten möglich.

Schlussfolgerung: Die Unterscheidung zwischen gestürzten und nicht gestürzten Personen ist mit dem Sturzrisiko-Index mit mäßiger Genauigkeit möglich. Bei guter Differenzierungsmöglichkeit kann in betreut/betreubar lebend und selbständig lebend unterschieden werden. Der Sturzrisiko-Index ist geeignet bei einer heterogenen Personengruppe das Sturzrisiko zu bestimmen und Interventionen auf Stärken und Schwächen hinsichtlich modifizierbarer Risikofaktoren und der Lebensumstände der teilnehmenden Personen auszurichten.

Schlüsselwörter: Sturz im Alter, Sturzrisiko, Assessment, Accelerometer, Selbständige Senioren, kontinuierliches Gleichgewicht, proaktives Gleichgewicht, Beinkraft 

Abstract:

Background: The assessment of fall risk is essential for the decision, whether someone is at risk of falling. Therefore, it is necessary to precisely distinguish between fallers and non-fallers. Furthermore, the results should be considered in in any intervention planning process.

Aim: The aim of the study was to evaluate the Fallrisk-Index as a test battery, consisting of widely used single tests, which can be performed in a short time and measure the different aspects of balance and strength (continuous, proactive balance and lower body strength).

Method: 271 community dwelling and assisted living seniors, of which 241 are women and 30 are men with a mean age of 80 were categorized in fallers and non-fallers. They were asked about their falling history during the last 12 months. The tests were performed using the T.F.T. System (pedalo©), and accelerometers (Myotest and gdc Data Concepts).

Results: The tests were carried out using the variables speed (cm/s), force/KG (N//kg), and time (s) of the 5 chair rise test, the time in sec of the modified Static Balance Test, the distance in cm of the functional reach test, the time in sec of the Alternate Step Test and the distance in cm of the Maximum Step Test. The Fallrisk Index showed an optimal cut-off at 2,5/5 of standard values reached to distinguish between fallers and non-fallers (specifity =67.9%; sensitivity.=61,2%). It was possible to distinguish between community dwelling and asstisted living seniors as well. There was a cut off at 2,5/5 of standard values reached. (specifity =76,3%; sensitivity.=77,4%).

Conclusion: It is possible to distinguish between fallers and non-fallers with the Fallrisk Index with moderate precision. The Fallrisk index can be used to estimate a person’s fall risk in heterogeneous groups. The Fallrisk index should be used to plan individualized interventions focussed on the main modifiable risk factors.

Keywords: falls in the elderly, fall risk, assessment, Accelerometer, community dwelling elderly, balance, leg strength

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Elisabeth E., 67

"Ich möchte Dir heute eine Erfolgsmeldung machen: Ich war vor einigen Tagen beim Arzt, und ich habe keine Osteoporose mehr! Das Training macht sich bemerkbar! Ich bin richtig froh!"

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